Restschuldversicherung

Die Restschuldversicherung ist eine der wichtigsten Optionen moderner Kreditverträge und wird von nahezu allen Kreditinstitute bei der Darlehensvergabe angeboten. Mit der Restschuldversicherung soll eine Absicherung der Darlehenssumme über den gesamten Tilgungszeitraum hinweg erfolgen, bei unvorhergesehenen Ereignissen wie dem Tod des Kreditnehmers übernimmt die Versicherung die ausstehenden Kosten. Je nach Art des Darlehens, dessen Höhe und der finanziellen Situation des Kreditnehmers ist der Abschluss dieser zusätzlichen Sicherheit mehr oder weniger stark anzuraten.

In welchen Fällen die Restschuldversicherung einspringt

In ihrem Grundcharakter ist die Restschuldversicherung mit einer Risiko-Lebensversicherung vergleichbar, die neben Zahlungen im Todesfall auch weitere Leistungsfälle einschließen kann. Branchenüblich sind eine längerfristige Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers oder ein schwerwiegender Unfall mit zeitlich befristeter oder dauerhafter Berufsunfähigkeit. Die Restschuldversicherung ist in ihren Leistungshöhen optimal auf den zu tilgenden Kreditvertrag abgestimmt und befreit so den Kreditnehmer davon, ausstehende Tilgungsraten unter schlechteren Lebensbedingungen abzubezahlen bzw. mit diesen nach einem Todesfall die Hinterbliebenen zu belasten.

Sollte bereits eine Risiko-Lebensversicherung vor Abschluss des Kreditvertrags bestehen, wird diese häufig als Restschuldversicherung anerkannt. Wichtig ist hierbei eine finanzielle Abstimmung auf die Kredithöhe und die zu erwartenden Tilgungsraten, so dass es Sinn ergibt, die bestehende Risiko-Lebensversicherung in ihren Leistungsfällen zu erweitern bzw. mit höheren Beiträgen zu dotieren.

Welche Kosten mit einer Restschuldversicherung verbunden sind

Der Kostenfaktor ist sehr individuell und bezieht Art und Höhe des Darlehens ebenso wie das Alter und die finanziellen Möglichkeiten des Kreditnehmers mit ein. Bei hohen Kreditsummen mit Laufzeiten über mehr als zehn Jahre wie z.B. bei einer Baufinanzierung muss mit mehreren Tausend Euro für eine Restschuldversicherung gerechnet werden, die mit monatlichen Beiträgen an den Versicherer entrichtet werden. Für einen kleinen Privatkredit, z.B. für alltägliche Anschaffungen, ist mit einem Gesamtvolumen von mehreren Hundert Euro zu rechnen. Wer ein Auto im Bereich von 10.000 Euro oder darüber finanziert, liegt auch schnell im vierstelligen Bereich an Extrakosten für die Restkreditversicherung. Genaue Auskünfte können wir leider nicht geben, da Banken hier ganz eigenständige Berechnungen anstellen. Deshalb ist auch unser Ratenkredit-Vergleich nur für Kredite gültig, wenn sie ohne Restschuldversicherung abgeschlossen werden.

Ratenkreditrechner mit aktuellen Kreditzinsen


3.) Berechnen klicken

Wann der Abschluss einer Restschuldversicherung lohnt

Generell ist der Abschluss freiwllig. Irreführend kann für Verbraucher die Bezeichnung sein, da die Versicherungspolice verschiedene Namen annehmen kann. Ist die Restschuldversicherung stets individuell zu prüfen, haben sich branchenüblich Situationen etabliert, in denen der Abschluss anzuraten ist. Gerade bei höheren Darlehen im hohen fünfstelligen oder sechsstelligen Bereich sollte die Restschuldversicherung zur Pflicht werden, gerade wenn zur Tilgung des Kredits allein das Einkommen eines einzelnen Kreditnehmers herangezogen wird. Sollte ein doppeltes Einkommen in einem Haushalt vorliegen, kann mit sinkenden Darlehenshöhen über den Verzicht auf diese Option nachgedacht werden.

Beamte mit einem gesicherten Lohn benötigen die Restschuldversicherung seltener als Selbstständige und Freiberufler, bei denen die Einkommensentwicklung über Jahre hinweg schwer abzuschätzen ist.

Unabhängig vom finanziellen Rahmen wird die Restschuldversicherung häufig als Sicherheitsbaustein abgeschlossen. Schätzt die Bank das Risiko eines Schuldnerausfalls als eher hoch ein, kann sie einerseits den Kreditantrag ablehnen oder aber einen Restschuldversicherungsvertrag zur Bedingung machen. Dann würde die Restkreditversicherung auch an den Kreditvertrag geknüpft werden und die Bank müsste beim effektiven Jahreszins die Kosten der Versicherung mit einkalkulieren.

Grundsätzlich bemängeln Verbraucherschützer immer wieder, dass die Kosten für eine Restschuldversicherung in einem ungünstigen Verhältnis zu den Versicherungsleistungen stehen. Banken möchten zu gern jeden Kreditvertrag mit dieser Versicherungsoption versehen. Im Normalfall sollten sich Kreditnehmer bei gewöhnlichen Ratenkrediten nicht darauf einlassen und lieber die Kreditrate an die eigenen Möglichkeiten anpassen.

Alternativen für den Abschluss der Restschuldversicherung kann eine bereits bestehende Risiko-Lebensversicherung oder eine Kapital-Lebensversicherung sein. Damit die Bank diese Optionen akzeptiert, wird sie sich die Verträge bestätigen lassen.