Die Schufa – Wissenswertes zur Bonitätsbewertung

Als privatwirtschaftlich von kreditgebenden Unternehmen organisierte Wirtschaftsauskunft erfüllt die Schufa Holding AG nach eigenen Angaben folgende Aufgaben:

  • Schutz ihrer Vertragspartner vor Kreditausfällen,
  • Schutz der Verbraucher vor Überschuldung,
  • Sammlung sämtlicher, personenspezifischer Daten über Anfragen zur Kreditwürdigkeit sowie Zahlungsverhalten.

Mit mehr als 100 Millionen Anfragen pro Jahr verwaltet die Schufa nahezu 500 Millionen einzelne Daten von etwa 75 Prozent aller Deutschen und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von über 100 Millionen Euro.

Diese Daten speichert die Schufa

Mit über 750 Mitarbeitern erhebt die Schufa die wenigsten Daten über Verbraucher selbst. Sie sammelt vielmehr die Informationen, die ihr Vertragspartner liefern. Außerdem nutzt die Schufa die Auskunftsmöglichkeiten von Schuldnerverzeichnissen der örtlichen Amtsgerichte und digitalisiert diese. Inwieweit dieser Vorgang datenschutzrechtlich tragbar ist, gilt momentan als sehr umstritten.

Grundsätzlich speichert die Schufa, nach entsprechender Einwilligung unter anderem folgende Personendaten:

  • Kontaktdaten: Name, Geburtsdatum, Geschlecht, frühere und aktuelle Anschriften
  • Daten zur Aufnahme und Abwicklung von Geschäftsmerkmalen als Positiv- und Negativmerkmale
  • Art, Höhe und Konditionen von aufgenommenen Kredit- und Leasingverträgen
  • bestehende Kreditkarten
  • Telekommunikationsverträge
  • Versandhandelsdaten
  • abweichendes Zahlungsverhalten: ausreichend gemahnte Forderungen, gerichtlich aufgestellte
  • Forderungen, Kontenmissbräuche und Nutzungsverbote von Kreditkarten
  • personenbezogene amtliche Bekanntmachungen: Einträge aus amtsgerichtlichen Schuldnerverzeichnis, wie eidesstattliche Versicherung und in diesem Zusammenhang erlassene Haftbefehle sowie Daten zu angefragten und eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren
  • (Kredit)Anfragen
  • (Kredit)Konditionsanfragen

Da viele Vermietungen oder Finanzierungsvorhaben in der Regel nicht mehr ohne Schufa-Auskunft zustande kommen, sind viele Verbraucher in zahlreichen Kauf- und Vertragssituation dazu angehalten, eine entsprechende Einwilligung zur Datenspeicherung und -auskunft bei der Schufa zu geben.

Speicherfristen der Schufa-Daten

Die Dauer der Speicherfristen, der in der Schufa vorliegenden personenbezogenen Daten, ist nicht einheitlich geregelt, da dafür mehrere gesetzliche Grundlagen greifen. So existieren beispielsweise folgende Regelungen:

  • Daten zu Giro- und Kreditkartenkonten werden nach deren Auflösung gelöscht.
  • Die Löschung der Dokumentation von Schufa-Anfragen erfolgt nach zwölf Monaten.
  • Nicht vertragsgemäß durchgeführte Geschäfte werden nach drei Jahren oder auf Antrag beim Amtsgericht früher gelöscht.
  • Informationen zu Insolvenzinformationen liegen ebenfalls drei Jahre lang bei der Schufa vor.

Bei kurzfristigem Zahlungsausgleich bietet die Schufa derzeit die Möglichkeit, Speicherfristen kürzer zu gestalten, um der langfristig negativen Wirkung von entsprechenden Einträgen im Sinne der Verbraucher entgegen zu wirken. Für die vorzeitige Löschung kurzzeitig bestehender Negativeinträge müssen folgende Punkte erfüllt werden:

  • Die Forderung beträgt maximal 1.000 Euro.
  • Der Forderungsausgleich erfolgt innerhalb eines Monats.
  • Die Forderung ist keine sogenannte titulierte Forderung (z.Bsp. Vollstreckungsbescheid).

Einblick in die eigenen Schufa-Daten

Um eine Übersicht über die persönlichen Daten zu erhalten, die die Schufa gespeichert hat, ist es für jeden Verbraucher möglich, eine Eigenauskunft nach §34 nach Bundesdatenschutzgesetz zu beantragen. Dies kann sowohl online als auch auf dem Postverfahren nach einer entsprechenden Authentifizierung (beispielsweise über PostIdent-Verfahren) erfolgen. Die persönliche Einsichtnahme in den Verbraucherservicestellen ist kostenfrei möglich.

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Dies Angaben erfahren andere von der Schufa

Zwar erhebt die Schufa eine große Anzahl an personenbezogenen Daten, doch ihre Vertragspartner erhalten bei ihren Auskunftsanfragen nur einen Teil der gesammelten Informationen. Zu den Anfragenden gehören in der Regel:

  • Banken und Kreditinstitute
  • Mobilfunkanbieter
  • Wohnungsverwaltungen und Vermieter
  • Versandhändler

Die Datenausgabe an Schufa-Vertragspartner hängt vom sogenannten A- oder B-Status der Anfragenden ab. In der A-Gruppe befinden sich Banken und Sparkassen, die alle bankrelevanten Daten sowie Negativinformationen auf Banken- und anderen Geschäftsebenen erhalten. Ebenso wird Banken mitgeteilt, wie viele und welche Anfragen für Kredite innerhalb der letzten zehn Tage bei der Schufa eingegangen sind.

Schufa-Fallen erkennen und den guten Schufa-Ruf wahren

Auch wenn sich Verbraucher finanziell sprichwörtlich nichts zu Schulden kommen lassen, ist es bei den Bewertungsvorgängen der Schufa gar nicht so einfach, das sogenannte gute Scoring zu behalten. Denn es existieren Regelungen, die scheinbar grundlos eine Verschlechterung der Schufa-Bewertung nach sich ziehen können. So wird eine Kreditanfrage, die keine Kreditzusage nach sich zieht, automatisch mit Minuspunkten für den Verbraucher versehen. Ein Umstand, der sehr fraglich ist. Denn eine Kreditanfrage bezieht sich sehr oft auf die reine Kreditinformation.

Da die Schufa dieses Fragezeichen in ihrer Bewertung ebenfalls bemerkt hat, besteht die möglich eine sogenannte „Anfrage Kreditkonditionen“ bzw. „Anfrage Hypokreditkonditionen“ für Baufinanzierungen durchzuführen. Ob dies auch wirklich geschieht, darauf sollten Verbraucher in ihrem eigenen Interesse bei Kreditanfragen achten. Auch kleinere Verbraucherkredite können, trotz zuverlässiger Rückzahlung, negativ bei der Entscheidung über eine Kreditvergabe bewertet werden. Denn sie gelten teilweise als Indiz für Bonitätsprobleme und sollten somit vor großen Finanzierungsvorhaben vermieden werden.